Windberg von Westen/Knopperwiese:
Auf der einsamen Westhälfte der Schneealpe
Im Gegensatz zum an sonnigen Sommertagen stark von Bergwanderern frequentierten Ostteil ist man im Westen der großflächigen und mit zahlreichen Erhebungen durchsetzten Schneealpe (Abb. 1) oftmals allein unterwegs. Auch gibt es hier deutlich weniger markierte Wanderwege und Steige. Die großartige Landschaft ist aber mit steilen Felswänden, schönen Bergwiesen und schmalen Tälern noch um einiges beeindruckender als im Ostteil. Unsere nachfolgend beschriebene Wanderung führt vom Kohlebnerstand (ca. 1.450 m), zu dem man von Neuberg an der Mürz auf einer Mautstraße hinauffahren kann, auf einer breiten, für den Verkehr – ausgenommen Anrainer – gesperrten Sandstraße entlang des Kampls (1.568 m) zu einem Sendemast, dann weiter vorbei an der unbewirtschafteten Kutatschhütte (ca. 1.675 m) und anschließend auf einem wenig begangenen Weg westlich vorbei am Grünkogel (1.813 m) in ein meist einsames, von Osten nach Westen führendes Tal. Nach einem Richtungswechsel nach Norden, einem nicht allzu langen steileren Anstieg und einem ständigen, mäßigen Auf und Ab gelangen wir zur Knopperwiese (1.780 m), von der wir unseren letzten Aufstieg – von Westen kommend – zum Gipfel des Windbergs (1.903 m) beginnen. Über die ausgedehnte Hochfläche der Schneealpe rund um die bewirtschaftete Michlbauerhütte (1.731 m) und die breite Sandstraße geht es dann wieder zurück zum Ausgangspunkt.
Wir starten unsere Wanderung am Ende der Mautstraße (Abb. 2) – an sonnigen Wochenendtagen sind die oberen Parkplätze schnell ausgelastet: Man muss dann einen der weiter unten liegenden Parkplätze verwenden und daher mehr Hm bewältigen. Zu Beginn wandern wir über Serpentinen und in weiterer Folge längere Zeit geradeaus entlang des bewaldeten Kampls (1.568 m) auf der breiten Sandstraße Richtung Nordwesten etwas steiler aufwärts. Schon bald werden auf Lichtungen die schroffen Felshänge unterhalb des Schneealpenhauses (1.748 m, Abb. 3) hoch oben sichtbar. Wieder mit Serpentinen und vorbei an einem Gedenkkreuz nähern wir uns einem Sender (1.660 m), an dem wir nach ungefähr 30–35 Minuten vorbeiwandern.
Wenige Schritte später zweigt links ein Wiesenweg ab, auf dem wir kurz mit einem Rechtsbogen zu einer Unterstandshütte, der Kutatschhütte (Abb. 4), aufsteigen. Weiter auf einem von Latschen umgebenen Weg geht es mit Blick zu den ersten vor uns liegenden Wiesenhängen (Abb. 5) wieder abwärts zur breiten Sandstraße. Auf dieser verbleiben wir nur kurze Zeit, denn ein paar Meter nach der markierten Einmündung des Weges, der von Neuberg an der Mürz von links heraufführt, verlassen wir die breite Sandstraße in der gleich folgenden Rechtskurve links für einen Wiesenweg. Auf diesem geht es nun nicht allzu steil durch einen Graben aufwärts, bis wir nach rund 10–15 Minuten wieder auf flaches Wiesengelände stoßen. Auf diesem Teil unserer Wanderung genießen wir erstmals einen schönen Blick in die Bergwelt westlich von uns (Abb. 6). Mit einem Rechtsbogen entlang von Latschen wandern wir – nun steiler werdend – den Grünkogel aufwärts. Doch wir steigen nicht ganz zu dessen Gipfel auf, sondern wandern knapp links unterhalb an diesem vorbei. In einem langgezogenen Linksbogen verlieren wir – mit Blick Richtung Nordosten (Abb. 7) links zum Windberg und vor uns zur großen Hochfläche der Schneealpe – wieder etwas an Höhe. Dann heißt es aufpassen, denn am Ende des Bogens müssen wir links in einen schlecht wahrnehmbaren Wiesenweg einbiegen, der uns mit wenigen Schritten zu einem steilen und steinigen Weg führt, der rechts vom Wiesenweg abzweigt. Nach Bewältigung eines kurzen Steilstücks und ein paar Metern abwärts gelangen wir nach rund 60–75 Minuten vom Ausgangspunkt auf den querenden, markierten Steig, der von der Michlbauerhütte westwärts führt, in den wir links einbiegen.
Auf einem gut begehbaren Wiesenpfad geht es durch ein wasserloses Tal mäßig steil abwärts. Immer wieder führt der Pfad an Dolinen (Abb. 8) vorbei. Nach rund 15 Minuten passieren wir eine Jagdhütte (Abb. 9) und gelangen zur nächsten Abzweigung. Links kann man durch den steilen Karlgraben in das obere Mürztal absteigen. Wir halten uns rechts und nähern uns dem technisch schwierigsten Teil unserer Wanderung: Eine kleine, aber teilweise recht steinige und steile, vor uns liegende Erhebung muss von uns überschritten werden. Aber mit Trittsicherheit – speziell bei nassen Bodenverhältnissen – und Vorsicht sollte das kein größeres Problem (Abb. 10) darstellen. Nach dieser Erhebung wendet sich unser markierter Steig rechts Richtung Norden und führt nun durch schorfiges Wiesengelände (Abb. 11) steil bergauf. Danach wieder etwas abwärts, wartet eine zweite steinige, sehr kurz aufwärtsführende Steilpassage (Abb. 12) auf uns. Auch diese sollte kein allzu großes Problem darstellen. Erneut geht es in einer großartigen Berglandschaft (Abb. 13) abwärts, bis wir nach ca. 1¾–2,0 Stunden vom Ausgangspunkt die große Knopperwiese (1.780 m, Abb. 14) erreichen. Diese trennt den fast weglosen Westteil der Schneealpe links von uns vom zentralen Gebiet.
Geradeaus könnte man mit einem längeren Marsch zur Hinteralm absteigen, wir aber biegen rechts Richtung Osten ab. Nochmals geht es rund 15 Minuten steiler aufwärts (Abb. 15), dann wird das zu unserem Gipfelziel führende Gelände um einiges flacher (Abb. 16). Wir raten an dieser Stelle, sich umzublicken, denn von hier hat man den schönsten Blick auf den Westteil der Schneealpe (Abb. 17). Links – nördlich von uns – ist ein kaum begangener schmaler Grat von felsigen Erhebungen zu sehen. Dagegen ist unser über großflächige Bergwiesen zum Gipfel führender Kamm deutlich breiter. Nochmals müssen zwei dem Gipfel vorgelagerte namenlose Erhebungen von uns überschritten werden, bevor man nach Bewältigung einer letzten kleineren Steilstufe das Gipfelplateau (Abb. 18) mit dem Gipfelkreuz am anderen Ende nach rund 2½–2¾ Stunden erreicht. Mit den zahlreichen Gegensteigungen beim Aufstieg hat man bis zum Windberg bereits ca. 600 Hm bewältigt.
Vom Gipfelkreuz am Windberg (Abb. 19) öffnet sich ein 360°-Panorama der Extraklasse: Im Westen (Abb. 20) das Gipfelplateau und weitere Erhebungen der Schneealpe sowie im Südwesten die Hohe Veitsch (1.781 m) und der Hochschwab (2.277 m), nördlich davon reihen sich die felsige Riegerin (1.939 m), die Kräuterin (Hochstadl (1.919 m)), der Dürrenstein (1.878 m) und der Ötscher (1.893 m) im Nordwesten von uns aneinander. Bei optimaler Sicht reicht der Blick noch wesentlich weiter, zum Beispiel zum Gesäuse. Im Süden (Abb. 21) sehen wir dutzende Gipfel der Fischbacher Alpen und der Grazer Hausberge u.a. mit dem Hochlantsch (1.720 m), dem Rennfeld (1.629 m), dem Pretul (1.656 m) und dem Stuhleck (1.782 m). Im Norden (Abb. 22) prägen hinter weiteren Schneealpe-Erhebungen Göller (1.766 m) und Gippel (1.669 m) den Blick, Richtung Osten (Abb. 23) natürlich die großflächige Hochebene der Schneealm, auf der mit der Michlbauerhütte eine Einkehrmöglichkeit auf uns wartet, und dahinter die Rax (2.007 m) sowie Richtung Nordosten der Schneeberg (2.076 m).
Um zur Hochebene abzusteigen, bieten sich zwei markierte Optionen an: entweder links Richtung Norden mit einem langgezogenen Rechtsbogen oder rechts zuerst über eine kleinere Felsstufe, die man aber etwas weiter rechts umgehen kann, und dann mit einem Linksbogen. Wir empfehlen die zweite Variante. Unten bei der Michlbauerhütte (Abb. 24) und im mit einer Ortstafel „Schneealm“ versehenen Hüttendorf angekommen, hat man nochmals einen schönen Blick zum Windberg (Abb. 25). Wir setzen unsere Wanderung Richtung Osten mit Blick zum Schauerkogel (1.788 m) – mit einer weiteren Einkehrmöglichkeit, dem Schneealpenhaus – hauptsächlich auf einer breiten Sandstraße fort. Kurz nützen wir für eine erste Gegensteigung einen halbrechts abzweigenden, markierten Weg, der aber bald wieder in die Sandstraße mündet. Nochmals geht es auf dieser zuerst bergab und dann bergauf, bis wir nach rund 15–20 Minuten von der Michlbauerhütte zum Rastplatz auf der Brandhöhe (1.758 m) gelangen, von dem man eine schöne Aussicht Richtung Norden zum nahen Schneealpenhaus (Abb. 26) und Richtung Südosten (Abb. 27) über den nun abschließenden Teil unserer Wanderung genießen kann. Ab hier raten wir, nicht auf dem steilen und recht steinigen, links abzweigenden Lottersteig weiter abwärtszumarschieren, sondern – deutlich bequemer – auf der Sandstraße zu verbleiben. Mit einem nach wenigen Minuten links abzweigenden, abkürzenden Steig geht es über Wiesengelände in einen Graben, in dem wir erneut links in die Sandstraße einbiegen. Hier erreichen wir auch wieder unseren Aufstiegsweg, auf dem wir nun zum Ausgangspunkt zurückkehren werden. So verlassen wir nach ein paar Metern die Sandstraße rechts erneut, gehen auf breitem Steig durch Latschen hinauf zur Kutatschhütte und auf einem Wiesenweg abwärts zum Sender, den wir von der Brandhöhe nach rund 15 Minuten erreichen. Von einer Art Plattform genießt man einen schönen Blick abwärts nach Neuberg im Mürztal (Abb. 28) und zu dessen ehemaligem Münster, das heute als Veranstaltungsort dient.
Auf der beim Aufstieg bereits benutzten Sandstraße geht es jetzt – mit schönen Blicken zur Rax (Abb. 29) und ins Mürztal talauswärts – nach Mürzzuschlag (Abb. 30) zurück zum Ausgangspunkt, den wir vom Windberg nach ungefähr 1¼–1½ Stunden erreichen.
Geogr. Länge/Breite: 15°36'43''/47°40'45''
Rechtswert (UTM): 545935 m (Zone: 33 N)
Hochwert (UTM): 5280860 m (Zone: 33 N)
